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Forum zu CIP

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    Ich möchte über eine Krankheit berichten, mit der ich seit vielen
    Jahren zu kämpfen habe:

             Critical Illness Polyneuropathie (CIP) 
 
    Vor 5 Jahren hatte ich einen Verkehrsunfall, ein Frontalzusammenstoß 
    mit einem Linksabbieger, der unsere Vorfahrt nicht beachtet hatte.
    Dabei erlitt ich als Beifahrer einen Serienrippenbruch rechts, eine Ruptur   
    des rechten Leberlappens, eine linksseitige  Zwerchfellruptur und weitere                               
    Verletzungen. Der Unfall ereignete sich im Sommer 2007 . Ich wurde im   
    nächsten Kreiskrankenhaus chirurgisch versorgt und dann standardmässig auf     
    eine Intensivstation verlegt. Nach ärztlichem Bericht befand ich mich im   
    Zustand eines protrahierten Schocks, war massiv volumenbedürftig und wurde  
    kontrolliert beatmet. Während der Operation erhielt ich wegen des hohen   
    Blutverlustes 4 Erythrozyten–Konzentrate Dann begannen Komplikationen: Am
    ersten Tag nach der Operation wurde eine Blutvergiftung mit E.Choli  
    festgestellt. Die Herkunft der Keime blieb ungeklärt. 
    Die Ãrzte bekamen diese Vergiftung mit Hilfe von Antibiotika in wenigen  
    Tagen in den Griff. Aber dann begannen die CRP-Werte (..response Proteine)
    zu steigen und blieben lange Zeit bei 15 mg/ml, ohne dass die Ursache 
    gefunden werden konnte,Normalwerte liegen bei ca 1,5 mg/ml.
    In dieser Zeit befand ich mich in einem kritischen Zustand. Frühzeitig                             
    war ein Luftröhrenschnitt für künstliche Beatmung und Ernährung gemacht  
    worden.Die Gallenblase wurde entfernt,was aber keine Besserung brachte.  
    Diverse Antibiotika kamen zum Einsatz. Erst 23 Tage n. Op., "prompt nach 
    dem Ende aller antibiotischen Therapie begann eine kontinuierliche Besserung  
    35 Tage n. Op. waren die CRP wieder normal, 54 Tage n.Op. wurde die Beatmung 
    eingestellt und die Kanüle entfernt. Die Entwöhnung von der Beatmung    
    (Weanen) verlief wider Erwarten gut und rasch. 60 Tage n.Op. wurde
    ich in die Reha entlassen. Ich "ass und trank normal,wenn auch   
    auch wenig, konnte in den Stuhl mobilisiert werden und begann geordnet  
    und orientiert zusprechen". In den Stuhl mobilisiert bedeutet hier
    Teillähmung der Gliedmaße (Tetraparese), Unfähigkeit zu stehen und laufen 
    als Folge einer Critical Illness Polyneuropathie.  
    So oder ähnlich kann es jedem ergehen, der wegen einer „normalen 
    Erkrankung intensiv behandelt werden muss“, soweit man eine solche Krankheit
    normal nennen kann. Die ursprüngliche Krankheit wird geheilt und man 
    erwacht mit einem ganz anderen Problem aus dem Koma. --- Ich habe noch 
    heute mit dieser Krankheit zu tun, über die Verletzungen des 
    Verkehrsunfalls wurde höchstens 2 Wochen lang gesprochen, danach bis heute 
    ging es nur noch um die CIP.
    Eine ihrer unangenehmen Seiten ist ihre Seltenheit. In den diversen  
    Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen war ich immer ein Einzelfall unter
    Schlaganfallpatienten, Unfallopfern u.s.w. Mit dieser Homepage hoffe ich,
    andere Opfer der CIP kenenzulernen. Durch das angehängte Forum lassen sich 
    leicht Erfahrungen austauschen. Und ich möchte schon an dieser Stelle, bevor   
    ich mit meiner Geschichte entsprechend weit gekommen bin, einen Hilferuf      
    loswerden: Ich suche ungefähr im Dreieck Augsburg, Ingolstadt,Ulm einen
    Arzt oder Physiotherapeuten, der Ganganalysen durchführt. Warum das für
    mich so wichig ist,erkläre ich demnächst an dieser Stelle.